Bürger bauen Technik – Civic Tech

Es sind die ganz spannenden Themen, die Damian Paderta da dieser Tage in seinem eigenen Blog beschreibt: Bürger bauen Technik – die Civic Tech – Herausforderungen in Deutschland.

In ganz Deutschland existieren sie bereits, wirken und ziehen Kreise. Die Open Knowledge Labs, die Netzwerktreffen der Open Data-Bewegten. Mittlerweile sehen sich  die zivilgesellschaftlichen Gemeinschaften, die sich mit digitalen Innovationen beschäftigen aber vor die Frage gestellt, wie die Ideen in die Fläche gebracht werden können, um Teilhabe und Veränderung zu bewirken.

Wir möchten hier Lust machen, den sehr detaillierten und anregenden Beitrag von Damian in Gänze zu lesen und verlinken sehr gerne auf seinen Beitrag.

Hier einige Aspekte als Appetitanreger: Bezogen etwa auf einen aktiveren integrativen Ansatz stellt Damian zwei zentrale Fragen in den Fokus:

  • Viele Communities spiegeln nicht die Gemeinschaften wieder, die am meisten Hilfe benötigen. Wie schaffen wir es unsere Labs vielfältiger und inklusiver zu gestalten?
  • Wie können wir unsere Sprache weiterentwickeln, um Beteiligung zu fördern und niemanden unbewusst auszuschließen?

Gleichzeitig skizziert er die Notwendigkeit, den Blickwinkel auf Wirkung zu verschieben, statt lediglich Software zu denken. Sein Aufruf „built with – not for“ ist die notwendige Schlussfolgerung, die er tiefer analysiert.

OPEN GOVERNMENT 

Wir haben Damian zudem um die Antwort auf unsere Frage aus einer der letzten Diskussionsrunden gebeten: Civic Tech – welche Bedeutung hat das für Open Government?

Hier seine Antwort:

Zur Umsetzung eines offenen Regierungs- und Verwaltungshandelns braucht es von stattlicher Seite aus neben verbindlichen Regelungen und einer geeigneten (technischen) Infrastruktur vor allem den redlichen Willen zur Veränderung. Das ist jedoch nur die Hälfte des Weges. Die andere Hälfte ist eine technisch wie sozial sehr kompetente und gut vernetzte Bürgerschaft, die es schafft, die Versprechen von Open Government auch einzulösen. Die Chancen, die in der Bereitschaft des Staates zur Zusammenarbeit und des nachvollziehbaren Handelns liegen, können nur dann zur Geltung kommen, wenn es der Zivilgesellschaft gelingt, Menschen zu befähigen, diese Chancen auch produktiv und sinnstiftend zu nutzen.

Das kann auf dem klassischen Bildungsweg funktionieren: Gegenwärtig können die Lehrenden, ganz egal ob in Schulen oder Universitäten, weder in dem Maß mit den Veränderungen mithalten, die die Digitalisierung mit sich bringt – noch gibt es entsprechende Lehrangebote in Sachen Bürgertechnologie aka Civic Tech.

Was nützen offene Daten ohne ihre Anwendung? Wie kann eine transparente Verwaltung demokratieförderlich sein, wenn Vorgänge nicht geprüft werden? Die übrig gebliebenen Medienkonzerne in Deutschland können dem Anspruch der „vierten Gewalt“ nur selten gerecht werden. Bei Regional- und Lokalzeitungen sieht es in der Regel nicht besser aus. Die Aufdeckung von Korruption und Amtsmissbrauch ist ein zeitintensives, zähes und risikoreiches Geschäft, welches heute mehr denn je vor allem auch technisches Know-How benötigt.

Es scheint einerseits klar, dass aus fachlicher Sicht Laien kaum in der Lage sein können, anhand von Daten ein von öffentlicher Hand finanziertes Bauprojekt valide auf Unregelmäßigkeiten zu prüfen. Andererseits bieten Civic-Tech-Communities den Vorteil, dass intrinsisch motivierte Experten über Institutions- und Professionsgrenzen hinweg an diesem einem Thema arbeiten. Und das wahrscheinlich erfolgreicher als ein zuständiges Kontrollorgan.

Es geht nicht darum, die Black Box zu bedienen. IT-Kompetenz auf die richtige Handhabung von Oberflächen zu reduzieren bedeutet letztlich Konsumentenerziehung.  Es geht aber darum, die uns immer mehr umgebenden Black Boxes zu verstehen, verändern und hacken, um sie auf ihre Funktionsweisen hin zu prüfen.

Dabei geht es vornehmlich nicht um Spitzentechnologie oder sonstigen High-Tech, sondern um Tools, die bei der Lösung realer Probleme helfen ohne gleich ein Geschäftsmodell vorweisen zu müssen. Z.B. bei Fragestellungen wie:

  • Wie können wir unsere Ressourcen besser einsetzen?
  • Wie gestalten wir unsere Stadt inklusiver?
  • Ist die verwendete Software sicher?
  • Wie verbessern wir unsere Verkehrsflüsse?
  • Wohin fließen unsere Steuergelder?

Die Flüchtlingskrise 2015 hat gezeigt, dass der Staat auf ehrenamtliche Hilfe angewiesen war und ist, um die Situation zu meistern. Neben unzähligen Stunden freiwilliger Hilfe und vielen Sachspenden waren es auch Tools, die ehrenamtlich programmiert wurden, die zum Erfolg dieser Aufgabe beigetragen haben. Hier hat man schnell erkannt, dass weder die eigenen Lösungen noch der klassische Weg zur Beschaffung der nötigen Software zeitnah und gut funktionieren würden.

Entscheidend für die Zukunftsfähigkeit von demokratischen Gesellschaften wird sein, ob es ihr gelingt, BürgerInnen zu fördern, die Technologie einschätzen und sie sinnvoll für ihre privaten und öffentlichen Anliegen und Ideen einsetzen können. Weder der private noch der öffentliche digitale Raum können daher dem freien Interessenausgleich von Wirtschaft und Behörden allein überlassen werden.

Es Bedarf neuer Formen gesellschaftlicher Korrektive, die vor allem mit technischem Know-How ausgestattet sind, um die nötigen Veränderungen voranzutreiben und letztlich zu institutionalisieren. Wo Märkte und staatliche Organe versagen, können neue Akteure Impulse in Richtung gemeinwohlorientierter Technik setzen.

Es braucht

  • Technikvermittler
  • Technikversteher
  • Programmierer
  • Designer
  • Verwaltungs- und Politikversteher

und so viele mehr.

Es geht irgendwie um Informatik und Programmieren – aber eigentlich um so viel mehr.

Technik und smarte Bürger

Wie wird die City smart? Muss sie das überhaupt und welche Kriterien wären wichtig auf diesem Weg? Viele Fragen, die im Rahmen des 7. Barcamps von #OffeneKommunen.NRW diskutiert wurden. Im Zentrum standen der Wunsch nach Transparenz und Teilhabe für eine offene Gesellschaft. Wir haben dazu zahlreiche O-Töne der Teilnehmer eingeholt.

SmartCity bedeutet, Technik und Bürger zusammen zu denken, sagt Dr. Björn Fleischer, Leiter der OpenNRW-Geschäftsstelle im Wirtschaftsministerium NRW dazu im kurzen Interview. Als einen nächsten zentralen Punkt für NRW skizziert er, dass ein Open-Data-Gesetz erarbeitet und verabschiedet wird:

 

Wenn doch nur Daten unterm Baum lägen…

Der Leistungskatalog – eine kleine, offene Weihnachtsgeschichte von Karl-Matthias Pick

Es war einmal, kurz vor Weihnachten, irgendwo im fernen Berlin, ein kleiner Beamter im Staatsdienst.

Er hieß Ferdinand Ernst Müller, saß in einem kleinen Büro und bearbeitete dort viele viele Aktenstücke und Datensätze rund um den Bundesleistungskatalog.

Während er dort saß und seine Datensätze aktualisierte, hatte er eine Idee. Wäre es nicht ein tolles Daten-Weihnachtsgeschenk für alle OpenData-Interessierten, wenn er alle die ganzen Dienstleistungen beim govdata Portal veröffentlichen würde?

Das wäre doch gar nicht viel Aufwand, alles wäre doch schon als csv-Datei vorhanden…..

Also rief er seinen Kollegen in Hamburg an und der war sofort Feuer und Flamme. Also los mit der Mail und schon ein paar Stunden später waren alle Daten online. Nur wenig später sah Elli, eine junge Programmiererin aus Hagen den neuen Datensatz. Spontan hatte Sie eine Idee: Wäre es nicht super, wenn man bei einen Chatbot Informationen zu all ganzen Dienstleistungen erfragen könnte?

Sechs Wochen später konnte Minni die ersten Fragen beantworten und erregte ganz viel Aufmerksamkeit in der Fachwelt.

Hierdurch wurde auch Klaus aus einem großen Bundesland irgendwo im Westen der Republik auf den neuen ChatBot aufmerksam. Klaus war bei einem Ministerium beschäftigt, und wie es der Zufall wollte, dort für den Landesleistungskatalog zuständig.

Der Landesleistungskatalog griff auf den Bundesleistungskatalog zurück und reicherte diesen mit Informationen aus dem Land und den Dienstleistungen des Landes an. Klaus hatte dieselbe Idee wie Ferdinand Ernst und fand ganz schnell Unterstützung bei der für OpenData zuständigen Stelle – und so waren die Daten ganz schnell veröffentlicht.

Ende April fand Elli zufällig auch diese Daten, weil sie auf das govdata Portal „geharvestet“ wurden. Toll dachte Sie, mehr Daten, gleiches Format, da kann ich doch meine Minni noch viel interessanter machen. Nur wenig später beantwortete Minni schon ganz viele Fragen rund um Dienstleistungen aus dem großen Bundesland im Westen der Republik.

Irgendwie sprach sich das immer mehr rum, Minni war in aller Munde, durfte auf BarCamps, Messen und vielen oGov Veranstaltungen ihr Können zeigen. Schon begannen erste andere Bundesländer mit ähnlichen Überlegungen zum Leistungskatalog.

Wie es der Zufall wollte, gab es in dem besagten Bundesland eine kleine, sehr offene Kommune. Diese hatte wenig Einwohner, die allerdings über eine große Fläche verteilt waren. Der Bürgermeister, Herr Dr. Gerstenbrauer, war ebenfalls begeistert von der Idee und fand schnell die Möglichkeit, die Leistungen des Bundes und des Landes mit den örtlichen Angaben zu vervollständigen und die örtlichen Leistungen zu erfassen.

Und wie es bei einer guten Weihnachtsgeschichte der gute Geist der Vorweihnachtszeit will, konnte die Gemeindeverwaltung unserer kleinen Verwaltung in dem Bundesland im Westen der Republik die Daten im gleichen Format exportieren wie Land und Bund und in ihrem OpenData Portal veröffentlichen.

Wieder wurden die Daten „geharvestet“ von Kommune zu Land und von dort zum Bund.

Auch dieses Mal erfuhr die junge Elli hierdurch von den neuen Daten, schnell passte Sie Minni an, die fortan jede Frage zu allen Dienstleistungen der kleinen Gemeinde beantworten konnte. Minni war damit groß, ein toller Govbot der täglich mehr lernte, weil der Bund seine Dienstleistungen immer besser beschrieb und immer mehr Bundesländer und Kommunen Ihre Daten bereitstellten.

Bis auf einmal, bei einer Frage, räusperte sich Minni……. räusperte sich wieder… und noch einmal, jetzt ziemlich laut.

Ferdinand Ernst schreckte hoch und sah seinen Chef vor sich. „Entschuldigung Herr Grantel, ich muss wohl etwas weggedöst sein“, stammelte er. „Nicht schlimm“ entgegnete sein Chef, „es ist ja kurz vor Weihnachten und Sie haben sich den Feierabend verdient. Eigentlich wollte ich nur einen schönen Feierabend und ein besinnliches Weihnachtsfest wünschen.“

Ferdinand Ernst bedanke sich, wünschte ebenfalls schöne Weihnachten und packte seine Aktentasche. So langsam verblasste sein Traum und hinterließ nur noch das warme Gefühl einer tollen Geschichte, an die er sich beim besten Willen nicht mehr erinnern konnte…….

Und die Moral von der Geschicht, träumen darf jeder, einfach machen, das geht leider nicht.

(Karl Matthias Pick)

 

Oder doch? (Anmerkung der Redaktion)

Allen ein frohes Weihnachtsfest und ein datengetriebenes und Open-Government-bewegtes 2018 ! 

Euer Team von Offene Kommunen NRW

Kleine Gemeinde und digital unterwegs

Nicht nur die ganz Großen können smart werden – es geht auch in kleineren Gemeinden. Die Gemeinde Stemwede in NRW hat sich als Modellkommunen für Open Government auf den Weg gemacht: 13.500 Einwohner zählt die Kommune im ländlichen Raum. Elternbeiträge online – damit steigt die Gemeinde in die digitale Welt ein. Der Ansatz kommt gerade der nächsten Generation zugute, die keine Zeit mehr hat, extra aufs Amt zu laufen, sondern lieber digital abgeholt werden will.

Jörg Bartel, Fachbereichsleiter Bildung, Generationen, Zentrale Dienste (Gemeinde Stemwede), dazu im kurzen Interview, aufgenommen im Rahmen des Barcamps #OffeneKommunenNRW:

Rückblick Barcamp #OKNRW 2017

Wie wird die City smart? Eine Frage, die viele Aktive bewegt. Konzepte und Papiere gibt es dazu mittlerweile wie Sand am Meer. Spannend wird es, wenn es an die konkrete Umsetzung vor Ort geht – und der Mensch im Mittelpunkt steht.

Auch im 7. Jahr tüftelte das Netzwerk Offene Kommunen.NRW mit dem Thema „Smart City“ daran, Menschen im digitalen Wandel mitzunehmen und aktiv einzubinden in diese schnelllebige Zeit. Das Netzwerk zeigt, wie es gelingt, Stadtgesellschaften mit digitaler DNA zu infizieren und Lust zu machen, diesen digitalen Wandel gemeinsam zu gestalten. Unser Hashtag war #OKNRW auf Twitter.

 

Hier ein kurzer Rückblick auf das #OKNRW-Barcamp 2017 im Schnelldurchlauf:

Link zum Video Barcamp OffeneKommunen.NRW 2017: (produziert von den jungen Filmemachern @younectit)

Link zu den Interviews mit einzelnen Teilnehmern des Barcamp 2017 OffeneKommunenNRW im Überblick und einzeln:  

Jayan Areekadan, Stabsstelle Digitalisierung, Stadt Köln.

Dr. Björn Fleischer, Geschäftsstelle Open NRW im Wirtschaftsministerium NRW.

Brigitte Lutz, Magistratsdirektion Stadt Wien, Smart City Wien.

Caspar Armster, Freie Netzwerker, OK Lab Bonn.

Michael Peters, OKF, Berlin, Netzwerk Open Government Deutschland.

Matthi Bolte, Fraktion Bündnis 90/Grüne im Landtag NRW.

Leon Kaiser, netzpolitik.org, Berlin.

Antje Eichhorn, Kreativlab, NRW.

Jörg Bartel, Gemeinde Stemwede, Modellkommunen Open Government NRW.

Christina Kampmann, SPD-Fraktion Landtag NRW.

 

Hier der Link zur Fotogalerie (im unteren Abschnitt).

Link zu den Sessions und Dokumentationen der Workshops

Samstag, 10. November 2017

Sonntag, 11. November 2017

 

Hier finden sich alle zur Verfügung gestellten Folien der Vorträge 

Link zur Einladung #OKNRW 2017 mit zahlreichen Hinweisen zum Thema „SmartCity“

Link zum Planungspad Barcamp OffeneKommunenNRW 2017

Link zur Teilnehmerliste

 

Als Partner wurden wir u.a. durch Creative NRW in Kooperation mit ecce- european centre for creative economy unterstützt. Hier findet sich der Aufruf zur Einreichung von Projekten für den Preis Creative NRW zur Ausgestaltung einer smarten City: 

Hier der Videobeitrag von Creative NRW zum Barcamp OffeneKommunenNRW.

 

Und zum Schluss noch unsere eigene Entwicklung: Wir haben als Netzwerk einen Verein gegründet: Offene Kommunen.NRW Institut

Hier der Link zur Gründung und unseren Zielen.

 

Natürlich machen wir weiter! Wir freuen uns, wenn ihr uns schon mal im Kalender vormerkt: Das #OKNRW-Barcamp 2018 findet am 10. und 11. November 2018 in wieder Wuppertal statt. Der Ort wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Von Bienenleben und Wasserständen – wenn Sensoren messen

Smart City – das berührt nicht nur die Städte – sondern auch die ländlichen Räume können von den neuen digitalen Entwicklungen profitieren. Wie das gelingt, zeigt Caspar Armster.

Caspar Armster ist nicht nur aktiv im OK Lab Bonn – sondern auch in Hennef mit den Freien Netzwerkern e.V.  Dort bastelt er mit anderen Aktiven an der Idee des „Internet der Dinge“. Sensoren messen und senden – in Bürgerhand geschaffen, um nicht in die Abhängigkeit von großen Telekommunikationsanbietern zu geraten. Das Messen und Auswerten reicht von Wasserstandsmeldungen bis zum Leben in Bienenstöcken:

Smart City heißt Menschen befragen

Besuch aus Berlin auf dem Barcamp Offene Kommunen NRW: Leon Kaiser diskutierte seine Erfahrungen und Definitionsansätze zur Smart City in einer Session und verknüpfte die Berliner Brille mit der der Aktiven aus NRW.

Anlass war sein Beitrag „Sechs Anforderungen an die Smart City – Beta-Version„, den er im September 2017 zusammen mit Markus Beckedahl auf netzpolitik.org formuliert hatte. Als einen zentralen Punkt stellen die beiden den demokratischen Prozess in den Mittelpunkt einer smarten Stadt, der die Einbindung der Zivilgesellschaft umreißt.

Leon weitet den Blick auf globale Ansätze, die Verknüpfung von Datenbanken und Menschen sowie Partizipation, in dem man die Menschen vor Ort direkt befragt:

Daten aus Bürgerhand ermittelt – Köln zeigt, wie es geht

Wir brauchen gute Beispiele, was eine smarte City ausmacht, in der die Zivilgesellschaft aktiv eingebunden ist. Das neue Projekt der Stadt Köln als Modellkommune Open Government ist ein solches.

Jayan Areekadan (Stabsstelle Digitalisierung Stadt Köln) war auf dem Netzwerktreffen von Offene Kommunen NRW und erklärt den Kölner Ansatz: „Datenermittlung in Bürgerhand“ – und was man damit alles bewegen kann: Sensoren selbst gebaut ermitteln die Feinstaubbelastung in der Stadt. Die gewonnen Daten stehen anschließend allen zur Verfügung. „Daten aus Bürgerhand“ ist übrigens eine Idee, die zum Nachmachen animiert:

Danke an @Younectit für die Bewegtbilder.

Wie wird man Smart City, wenn alle mitmachen?

Wie wird die City smart? Eine epochale Fragestellung bewegte das Barcamp von Offene Kommunen NRW. In unserem kurzen Filmbeitrag vermitteln wir Impressionen und Statements, wie ein Netzwerk wirken kann. Danke an @Younectit für die Bewegtbilder.

Unsere Grundidee eine smarten City ist die einer demokratischen, partizipativen Stadt. In dieser machen sich Bürgerinnen und Bürger auf den Weg, die neuen technologischen Möglichkeiten kennenzulernen. Sie wollen Digitales in ihren Auswirkungen einschätzen können – und künftig im Sinne des Gemeinwohls nutzen und mitgestalten. Sie verorten sich und ihre Einflussmöglichkeiten neu. Eine smarte City braucht smarte Bürger. Ein dickes Brett – an dem stetig mehr Menschen mitwirken. Mit dem Netzwerk Offene Kommunen wollen wir zeigen, wie das gelingen kann.

Das Netzwerk von Offene Kommunen setzt sich ein für so eine zukunftsfähige Gesellschaft, die ihre Kraft und Innovationsfähigkeit aus einem Geist der Offenheit und Selbstverantwortung schöpft. Diese Gesellschaft lädt zum Mitmachen ein; sie setzt auf Kooperation und gesellschaftlichen Ausgleich – basierend auf vier Prinzipien, die wir in unserem Open Government Manifest NRW detailliert beschreiben: Akteure des Wandels zusammenbringen, eine Kultur der Offenheit schaffen, eine digitale Infrastruktur entwickeln, frei gestaltbare Räume als Lebensräume neu definieren und beleben.

Ein Epochenwandel. Schaut mal rein, wie sich diese Theorie in der praktischen Diskussion und Gestaltung anfühlt – das Barcamp war wie immer ein kreatives Experiment und eine Werkbank zugleich – ein Labor im besten Sinne eben:

 

Kreative bauen die smarte Stadt

Das war neu, prickelnd aufregend und bereichernd: Im Rahmen unseres Barcamps „Wie wird die City smart?“ von Offene Kommunen.NRW haben kreative Akteure gemeinsam mit engagierten BürgerInnen am 11. November innovative Lösungen für drei städtische Herausforderungen entwickelt.

Während in vielen verschiedenen Sessions über Themen wie nachhaltige Mobilität, Open Government oder Chatbots für die Verwaltung gesprochen wurde, entwickelten die von CREATIVE.NRW ins Spiel gebrachten Kreativen gemeinsam mit Interessierten Lösungen für drei konkrete Herausforderungen.

Die erste Herausforderung beinhaltete die Aufgabe, das Open-Data-Ökosystem für die breite Öffentlichkeit verständlich und attraktiv zu machen. Um eine intelligente Litfaßsäule, die als Begegnungsstätte in einem Quartier einsetzbar sein soll, ging es bei der Aufgabenstellung der Initiative „Wuppertals urbane Gärten“. Das Projektbüro Grüne Hauptstadt Essen suchte nach einer Lösung für die Weiterbelebung des Weberplatzes, der in Essen zentrale Anlaufstelle der „Grünen Hauptstadt Europas“ ist.

Eine smarte Litfaßsäule ist Gewinner der Publikumswahl. Das Projekt wird in der Umsetzung von CREATIVE.NRW begleitet und mit 4.000 Euro unterstützt. Wir begleiten den weiteren Prozess der Entstehung und berichten gern. Herzlichen Glückwunsch!

Hier der Filmbeitrag von Creative.NRW:

Wir bauen eine smARTe City II from CREATIVE.NRW on Vimeo.