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Wenn doch nur Daten unterm Baum lägen…

Der Leistungskatalog – eine kleine, offene Weihnachtsgeschichte von Karl-Matthias Pick

Es war einmal, kurz vor Weihnachten, irgendwo im fernen Berlin, ein kleiner Beamter im Staatsdienst.

Er hieß Ferdinand Ernst Müller, saß in einem kleinen Büro und bearbeitete dort viele viele Aktenstücke und Datensätze rund um den Bundesleistungskatalog.

Während er dort saß und seine Datensätze aktualisierte, hatte er eine Idee. Wäre es nicht ein tolles Daten-Weihnachtsgeschenk für alle OpenData-Interessierten, wenn er alle die ganzen Dienstleistungen beim govdata Portal veröffentlichen würde?

Das wäre doch gar nicht viel Aufwand, alles wäre doch schon als csv-Datei vorhanden…..

Also rief er seinen Kollegen in Hamburg an und der war sofort Feuer und Flamme. Also los mit der Mail und schon ein paar Stunden später waren alle Daten online. Nur wenig später sah Elli, eine junge Programmiererin aus Hagen den neuen Datensatz. Spontan hatte Sie eine Idee: Wäre es nicht super, wenn man bei einen Chatbot Informationen zu all ganzen Dienstleistungen erfragen könnte?

Sechs Wochen später konnte Minni die ersten Fragen beantworten und erregte ganz viel Aufmerksamkeit in der Fachwelt.

Hierdurch wurde auch Klaus aus einem großen Bundesland irgendwo im Westen der Republik auf den neuen ChatBot aufmerksam. Klaus war bei einem Ministerium beschäftigt, und wie es der Zufall wollte, dort für den Landesleistungskatalog zuständig.

Der Landesleistungskatalog griff auf den Bundesleistungskatalog zurück und reicherte diesen mit Informationen aus dem Land und den Dienstleistungen des Landes an. Klaus hatte dieselbe Idee wie Ferdinand Ernst und fand ganz schnell Unterstützung bei der für OpenData zuständigen Stelle – und so waren die Daten ganz schnell veröffentlicht.

Ende April fand Elli zufällig auch diese Daten, weil sie auf das govdata Portal „geharvestet“ wurden. Toll dachte Sie, mehr Daten, gleiches Format, da kann ich doch meine Minni noch viel interessanter machen. Nur wenig später beantwortete Minni schon ganz viele Fragen rund um Dienstleistungen aus dem großen Bundesland im Westen der Republik.

Irgendwie sprach sich das immer mehr rum, Minni war in aller Munde, durfte auf BarCamps, Messen und vielen oGov Veranstaltungen ihr Können zeigen. Schon begannen erste andere Bundesländer mit ähnlichen Überlegungen zum Leistungskatalog.

Wie es der Zufall wollte, gab es in dem besagten Bundesland eine kleine, sehr offene Kommune. Diese hatte wenig Einwohner, die allerdings über eine große Fläche verteilt waren. Der Bürgermeister, Herr Dr. Gerstenbrauer, war ebenfalls begeistert von der Idee und fand schnell die Möglichkeit, die Leistungen des Bundes und des Landes mit den örtlichen Angaben zu vervollständigen und die örtlichen Leistungen zu erfassen.

Und wie es bei einer guten Weihnachtsgeschichte der gute Geist der Vorweihnachtszeit will, konnte die Gemeindeverwaltung unserer kleinen Verwaltung in dem Bundesland im Westen der Republik die Daten im gleichen Format exportieren wie Land und Bund und in ihrem OpenData Portal veröffentlichen.

Wieder wurden die Daten „geharvestet“ von Kommune zu Land und von dort zum Bund.

Auch dieses Mal erfuhr die junge Elli hierdurch von den neuen Daten, schnell passte Sie Minni an, die fortan jede Frage zu allen Dienstleistungen der kleinen Gemeinde beantworten konnte. Minni war damit groß, ein toller Govbot der täglich mehr lernte, weil der Bund seine Dienstleistungen immer besser beschrieb und immer mehr Bundesländer und Kommunen Ihre Daten bereitstellten.

Bis auf einmal, bei einer Frage, räusperte sich Minni……. räusperte sich wieder… und noch einmal, jetzt ziemlich laut.

Ferdinand Ernst schreckte hoch und sah seinen Chef vor sich. „Entschuldigung Herr Grantel, ich muss wohl etwas weggedöst sein“, stammelte er. „Nicht schlimm“ entgegnete sein Chef, „es ist ja kurz vor Weihnachten und Sie haben sich den Feierabend verdient. Eigentlich wollte ich nur einen schönen Feierabend und ein besinnliches Weihnachtsfest wünschen.“

Ferdinand Ernst bedanke sich, wünschte ebenfalls schöne Weihnachten und packte seine Aktentasche. So langsam verblasste sein Traum und hinterließ nur noch das warme Gefühl einer tollen Geschichte, an die er sich beim besten Willen nicht mehr erinnern konnte…….

Und die Moral von der Geschicht, träumen darf jeder, einfach machen, das geht leider nicht.

(Karl Matthias Pick)

 

Oder doch? (Anmerkung der Redaktion)

Allen ein frohes Weihnachtsfest und ein datengetriebenes und Open-Government-bewegtes 2018 ! 

Euer Team von Offene Kommunen NRW