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Civic Tech – Mini-Fonds für Zivilgesellschaft

Civic Tech nimmt an Fahrt auf – es ist ein wesentlicher Bestandteil der digitalen Transformation geworden. Hier unsere Anregung für die Weiterentwicklung dieser wichtigen gesellschaftlichen Säule:

Wir regen die Einrichtung eines Civic Tech Fonds in NRW an.

Aus dem Fonds werden digitale Innovationen aus den Bereichen Open Data, Daseinsvorsorge, Plattformen finanziert und unterstützt, die aus der Zivilgesellschaft heraus entwickelt und vorangetrieben werden, dem Gemeinwohl dienen und einen Beitrag für ein gesellschaftliches Zusammenleben in NRW leisten. Die Vergabe von Fördermitteln erfolgt nach Bewerbung durch die Projekte und erfolgt durch das Ministerium für Wirtschaft und Digitales. Die konkrete Ausgestaltung (Laufzeit, Fördersumme, Anzahl der Projekte) wird im partizipativen Austausch mit dem Ausschuss für Digitales entwickelt. Die jeweiligen Ergebnisse der Projekte müssen als Open Source unter einer Open Source Lizenz öffentlich zugänglich gemacht werden.

Der Fonds richtet sich an Aktive aus der Zivilgesellschaft. Hier können zivilgesellschaftliche Kleinstinitiativen unbürokratisch Anträge auf Finanzierung von Projekten oder Teilschritte hin zur Realisierung von Projektideen stellen, wie etwa auch Reisekosten. Die Antragsstellung bedarf weniger Zeilen: 500 Zeichen Text und Begründung. Die Obergrenze der Finanzierung pro Antrag beläuft sich auf max. 1.000 Euro. Die Entscheidung über die Genehmigung fällt die Geschäftsstelle OpenNRW.

Die Gelder sollen niedrigschwellig abgerufen werden können.

Ein Vorbild könnten die Mikro-Projekte sein

Gleichzeitig zur Testphase wird eine Dokumentation erstellt, die nachhaltig, öffentlich und transparent festhält, welche Anträge gestellt wurden. Die Dokumentation ist gleichzeitig auch Ideenbörse und Distributionsplattform für Aktive.

Die Digitalisierung verändert unser Alltagsleben, unsere Wirtschaft, unsere Bildung ebenso wie unser Zusammenleben in der Gesellschaft. Die Digitalisierung ist mit ihren umfangreichen Veränderungsprozessen im  Bewusstsein der Gesellschaft angekommen. Gestaltungsmöglichkeiten jedoch sind sehr unterschiedlich verteilt. Wie kann daher Teilhabe aller in der Gesellschaft auch im digitalen Transformationsprozess gelingen?

Längst muss der soziale Aspekt des digitalen Wandels im Mittelpunkt stehen. Auch die Frage der öffentlichen Daseinsvorsorge ist im digitalen Wandel neu zu bewerten. Digitale Innovation kann nicht bedeuten, dass es neue Geschäftsmodelle nur für wenige gibt oder dass nur auf technische Aspekte geschaut wird. Bisher werden die digital-politischen Diskurse in weiten Teilen von wirtschaftlichen und Sicherheitsinteressen dominiert. Für Start-ups mit einem Businessmodell gibt es Fördermöglichkeiten, aber für digitale Innovationen, die das Gemeinwohl und das Miteinander in der Gesellschaft fördern, gibt es diese Förderung nicht.

Gemeinnützige Akteure aus der Zivilgesellschaft finden zu wenig Raum in der Digitalisierungsdebatte. So fehlen bei entscheidenden digital-politischen Entscheidungen  Stimmen, die sich proaktiv für gemeinwohlorientierte Lösungen einsetzen. 

Die Einrichtung eines Civic Techs Fonds in Nordrhein-Westfalen kann diesen Umstand ändern.  

Civic Tech steht für technische Konzepte, die aus dem Zusammenwirken der Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und auch Initiativen entstehen und auf das Gemeinwohl fokussieren. Im Zentrum der Aktivitäten stehen dabei Kommunikationsplattformen, die die Verbesserung der öffentlichen Infrastrukturen sowie Innovationen, die dem Allgemeinwohl dienen wie Applikationen oder auch weitere technikbasierte Verbesserungen unter Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie.

Im Kern leistet CivicTech einen Beitrag für eine Kultur der Offenheit, schafft Partizipations- und Kollaborationsmöglichkeiten sowohl digital als auch physisch. Offenes Verwaltungshandeln bildet die Grundlage für bürgerschaftliches Engagement, wirtschaftliche Entwicklung und wissenschaftliche Innovation. Es fördert starke demokratische Prozesse, die offen sind für neue Ideen, Arbeitsweisen, Aspekte und Experten.

Bekannte, bereits umgesetzte oder angewendete Civic Tech Innovationen sind etwa die Visualisierung von Open-Data-Haushaltsdaten mit “Offener Haushalt” oder auch der Aufbau von Freifunk und LoRaWan-Netzen.  Diese Beispiele tragen dazu bei, politische Entscheidungen transparenter zu machen und ermöglichen die Anwendung partizipativer und kooperativer Elemente. Eine offene digitale Infrastruktur bildet die Voraussetzung, um unsere Demokratie zu stärken und die Akteure des Wandels auf Augenhöhe zusammenzubringen. Sie ermöglicht die kooperative Kontrolle von Prozessen und die Weiterentwicklung von technischen Systemen.

Civic Tech kann eine tragende Säule sein, um eine zukunftsfähige Gesellschaft zu gestalten, die ihre Kraft und Innovationsfähigkeit aus einem Geist der Offenheit und Selbstverantwortung schöpft. Diese Gesellschaft lädt zum Mitmachen ein; sie setzt auf Kooperation und gesellschaftlichen Ausgleich. Dazu braucht es auch eine tragfähige Finanzierung.

Ein Civic Tech- Fond kann Nordrhein-Westfalen in seiner Entwicklung auf diesem Weg weiterbringen.

Rückblick Barcamp #OKNRW 2017

Wie wird die City smart? Eine Frage, die viele Aktive bewegt. Konzepte und Papiere gibt es dazu mittlerweile wie Sand am Meer. Spannend wird es, wenn es an die konkrete Umsetzung vor Ort geht – und der Mensch im Mittelpunkt steht.

Auch im 7. Jahr tüftelte das Netzwerk Offene Kommunen.NRW mit dem Thema „Smart City“ daran, Menschen im digitalen Wandel mitzunehmen und aktiv einzubinden in diese schnelllebige Zeit. Das Netzwerk zeigt, wie es gelingt, Stadtgesellschaften mit digitaler DNA zu infizieren und Lust zu machen, diesen digitalen Wandel gemeinsam zu gestalten. Unser Hashtag war #OKNRW auf Twitter.

 

Hier ein kurzer Rückblick auf das #OKNRW-Barcamp 2017 im Schnelldurchlauf:

Link zum Video Barcamp OffeneKommunen.NRW 2017: (produziert von den jungen Filmemachern @younectit)

Link zu den Interviews mit einzelnen Teilnehmern des Barcamp 2017 OffeneKommunenNRW im Überblick und einzeln:  

Jayan Areekadan, Stabsstelle Digitalisierung, Stadt Köln.

Dr. Björn Fleischer, Geschäftsstelle Open NRW im Wirtschaftsministerium NRW.

Brigitte Lutz, Magistratsdirektion Stadt Wien, Smart City Wien.

Caspar Armster, Freie Netzwerker, OK Lab Bonn.

Michael Peters, OKF, Berlin, Netzwerk Open Government Deutschland.

Matthi Bolte, Fraktion Bündnis 90/Grüne im Landtag NRW.

Leon Kaiser, netzpolitik.org, Berlin.

Antje Eichhorn, Kreativlab, NRW.

Jörg Bartel, Gemeinde Stemwede, Modellkommunen Open Government NRW.

Christina Kampmann, SPD-Fraktion Landtag NRW.

 

Hier der Link zur Fotogalerie (im unteren Abschnitt).

Link zu den Sessions und Dokumentationen der Workshops

Samstag, 10. November 2017

Sonntag, 11. November 2017

 

Hier finden sich alle zur Verfügung gestellten Folien der Vorträge 

Link zur Einladung #OKNRW 2017 mit zahlreichen Hinweisen zum Thema „SmartCity“

Link zum Planungspad Barcamp OffeneKommunenNRW 2017

Link zur Teilnehmerliste

 

Als Partner wurden wir u.a. durch Creative NRW in Kooperation mit ecce- european centre for creative economy unterstützt. Hier findet sich der Aufruf zur Einreichung von Projekten für den Preis Creative NRW zur Ausgestaltung einer smarten City: 

Hier der Videobeitrag von Creative NRW zum Barcamp OffeneKommunenNRW.

 

Und zum Schluss noch unsere eigene Entwicklung: Wir haben als Netzwerk einen Verein gegründet: Offene Kommunen.NRW Institut

Hier der Link zur Gründung und unseren Zielen.

 

Natürlich machen wir weiter! Wir freuen uns, wenn ihr uns schon mal im Kalender vormerkt: Das #OKNRW-Barcamp 2018 findet am 10. und 11. November 2018 in wieder Wuppertal statt. Der Ort wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Smart City heißt Menschen befragen

Besuch aus Berlin auf dem Barcamp Offene Kommunen NRW: Leon Kaiser diskutierte seine Erfahrungen und Definitionsansätze zur Smart City in einer Session und verknüpfte die Berliner Brille mit der der Aktiven aus NRW.

Anlass war sein Beitrag „Sechs Anforderungen an die Smart City – Beta-Version„, den er im September 2017 zusammen mit Markus Beckedahl auf netzpolitik.org formuliert hatte. Als einen zentralen Punkt stellen die beiden den demokratischen Prozess in den Mittelpunkt einer smarten Stadt, der die Einbindung der Zivilgesellschaft umreißt.

Leon weitet den Blick auf globale Ansätze, die Verknüpfung von Datenbanken und Menschen sowie Partizipation, in dem man die Menschen vor Ort direkt befragt:

Daten aus Bürgerhand ermittelt – Köln zeigt, wie es geht

Wir brauchen gute Beispiele, was eine smarte City ausmacht, in der die Zivilgesellschaft aktiv eingebunden ist. Das neue Projekt der Stadt Köln als Modellkommune Open Government ist ein solches.

Jayan Areekadan (Stabsstelle Digitalisierung Stadt Köln) war auf dem Netzwerktreffen von Offene Kommunen NRW und erklärt den Kölner Ansatz: „Datenermittlung in Bürgerhand“ – und was man damit alles bewegen kann: Sensoren selbst gebaut ermitteln die Feinstaubbelastung in der Stadt. Die gewonnen Daten stehen anschließend allen zur Verfügung. „Daten aus Bürgerhand“ ist übrigens eine Idee, die zum Nachmachen animiert:

Danke an @Younectit für die Bewegtbilder.

Wie wird man Smart City, wenn alle mitmachen?

Wie wird die City smart? Eine epochale Fragestellung bewegte das Barcamp von Offene Kommunen NRW. In unserem kurzen Filmbeitrag vermitteln wir Impressionen und Statements, wie ein Netzwerk wirken kann. Danke an @Younectit für die Bewegtbilder.

Unsere Grundidee eine smarten City ist die einer demokratischen, partizipativen Stadt. In dieser machen sich Bürgerinnen und Bürger auf den Weg, die neuen technologischen Möglichkeiten kennenzulernen. Sie wollen Digitales in ihren Auswirkungen einschätzen können – und künftig im Sinne des Gemeinwohls nutzen und mitgestalten. Sie verorten sich und ihre Einflussmöglichkeiten neu. Eine smarte City braucht smarte Bürger. Ein dickes Brett – an dem stetig mehr Menschen mitwirken. Mit dem Netzwerk Offene Kommunen wollen wir zeigen, wie das gelingen kann.

Das Netzwerk von Offene Kommunen setzt sich ein für so eine zukunftsfähige Gesellschaft, die ihre Kraft und Innovationsfähigkeit aus einem Geist der Offenheit und Selbstverantwortung schöpft. Diese Gesellschaft lädt zum Mitmachen ein; sie setzt auf Kooperation und gesellschaftlichen Ausgleich – basierend auf vier Prinzipien, die wir in unserem Open Government Manifest NRW detailliert beschreiben: Akteure des Wandels zusammenbringen, eine Kultur der Offenheit schaffen, eine digitale Infrastruktur entwickeln, frei gestaltbare Räume als Lebensräume neu definieren und beleben.

Ein Epochenwandel. Schaut mal rein, wie sich diese Theorie in der praktischen Diskussion und Gestaltung anfühlt – das Barcamp war wie immer ein kreatives Experiment und eine Werkbank zugleich – ein Labor im besten Sinne eben:

 

OKNRW – Wie wird die City smart?

UPDATE vom 14. November 2017:

Was ist ein Barcamp? – fragten sich zwei Teilnehmer gestern in der Reihe vor mir. „Weiß ich nicht so genau“ – die beiden waren zum ersten Mal auf einem solchen und ließen sich überraschen und mitnehmen.

Zum 7. Mal begrüßte Dieter Hofmann @homobil die Besucher des Barcamps von Offene Kommunen NRW in der VHS Wuppertal. Die Frage, was ein Barcamp eigentlich ist, wurde rasch beantwortet: Ein Barcamp ist eine offene Tagung mit offenen Workshops, deren Inhalt und Ablauf von den Teilnehmern selbst gestaltet werden. Im Zentrum stehen Diskussionen und Austausch – dies allerdings meistens zu einem gesetzten Thema. Das 7. Barcamp von Offene Kommunen NRW nahm die Frage in den Blick „Wie wird die City smart?“ Weiterlesen

Die smarte Stadt bauen – eine etwas utopische Annäherung

Wir haben Klaus Burmeister um einen Gastbeitrag gebeten. Hier ist er!

KLAUS BURMEISTER arbeitet seit Jahren als Foresight-Experte und Autor an Fragen zukünftiger gesellschaftlicher Entwicklung, hierzu hat er 2014 das foresightlab ins Leben gerufen.

@foresight_lab

Als ich gebeten wurde, einen kurzen Beitrag zu verfassen, habe ich spontan zugesagt. Das Thema „Wir machen die smarte Stadt“ sprach mich an. In meinem kurzen Beitrag möchte ich pointiert skizzieren, warum Städte gerade jetzt wichtig sind, was ich unter einer smarten Stadt verstehe und wie Städte uns helfen könnten, lebenswerte Zukünfte zu gestalten.

Wir leben in Zeiten des Umbruchs. Der Wandel wird zum Normalfall und Städte sind die Orte, wo die zunehmende Beschleunigung von Veränderungsprozessen, die wachsende Unübersichtlichkeit und die anhaltend hohe Innovationsdynamik konkret erfahrbar werden. Städte sind aber auch Heimat. Hier wird gearbeitet, konsumiert, geliebt, gelebt und hier ist man mobil. Städte sind Schmelztiegel für unterschiedliche Kulturen und Interessen. Permanent wird daraus Neues geboren, was dem Wandel wiederum neue Nahrung gibt. Städte sind, so könnte man sagen, die Seismographen und Laboratorien des Wandels. Weiterlesen

Creating a Smart City

Bericht zu Düsseldorf 2020 – Creating a Smart City.

Das digiHub in Düsseldorf hat am 13. und 14. Juni 2017 zum Pen & Paper Hackathon aufgerufen und gemeinsam mit der Stadt Düsseldorf, lokalen Unternehmen, Start Ups, Forschern, Studenten und interessierten Bürgern viele Ideen für eine moderne Zukunft zusammengetragen. Begonnen hat das Event mit einer Praxiskonferenz bei der das Thema „Smart City“ lokal betrachtet wurde. In einem Panel diskutierten das Fachpublikum die Chancen und Risiken dieser Entwicklung. Insbesondere Privatsphäre und Datenschutz sind Aspekte, die einen hohen Stellenwert für alle Beteiligten haben. Weiterlesen