Schlagwort-Archiv: Bürgerbeteiligung

Geht nicht, gibt’s nicht!

Jeden Tag produzieren wir Verkehr, wenn wir die Haustür hinter uns schließen und zur Arbeit gehen, zum Einkaufen, zum Sport, zu Freunden, ins Kino, ins Theater, ins Schwimmbad oder in den Park. Jeden Tag betreiben wir Verkehrspolitik, ohne es zu merken, allein mit unserer Verkehrsmittelwahl. Nehme ich das Auto, den Bus, die Bahn, das Fahrrad oder Schusters Rappen? Wie kombiniere ich diese? Kann ich mit dem Rad in den Bus und dann weiterfahren? Fahre ich mit dem Auto zum Parkplatz und nehme dann die Bahn? Jedes Mal ist unsere Wahl ein kleines Stück Verkehrspolitik.

Und auf der anderen Seite bestimmt die städtische Verkehrspolitik unsere Entscheidung. Wo kein Bus fährt, kein Radweg liegt, kein Bürgersteig vorhanden ist, bleibt keine Wahl. Und in diesen Sphären der Verkehrspolitik wird es komplex, wir sind in der Welt des Ingenieurs, des Raumplaners, der Verwaltungsmaschine, der Gutachter. Und wer es noch komplizierter mag, denkt an die Landes- und Bundesebene, denn von dort kommen die Rahmenbedingungen, Verordnungen und – ganz entscheidend – das Geld.

Eine zukunftsfähige, partizipative Verkehrspolitik steht vor der Aufgabe die fachliche Ebene, die politische Ebene und die Nutzer-Ebene zusammenzubringen. Es gilt das Wort des Wuppertaler Oberbürgermeisters beim Wort zu nehmen: „Bürger sind Ratgeber, die haben viele gute Ideen.“  Doch gute Ideen von engagierten Ratgebern nützen nichts, wenn sie im Klein-Klein der Politik oder in täglichen Arbeitsbelastung der Fachabteilung zerrieben werden.

Oft bleibt auch im Tagesgeschäft keine Zeit für den Perspektivenwechsel. Oder er ist zu anstrengend. Dann braucht es Impulse von außen, aus der Bürgerschaft. Ideen, für die es Informationen, offene Daten braucht. Und eine Bereitschaft, die Bürger bei der Entwicklung ihrer Ideen zu fördern. Andererseits kann die Vernetzung von Informationen uns helfen, unsere Entscheidungen zu überdenken. Wie können wir jetzt und heute unsere Mobilität verbessern, wie können wir die Digitalisierung nutzen, um ein neues Informationslevel zu erreichen? Was können wir selber tun, was haben wir selber in der Hand, um die Mobilität von morgen zu bauen? Die Nordbahntrasse zeigt, dass es kaum Grenzen für gute Ideen gibt.

Bei OKNRW 2016 wollen wir uns diesen Fragen nähern, denn das Verkehrswendeprojekt #Mobilwandel, braucht eine neue Mobilitätsplanung und dafür passende partizipative Konzepte. Die Politik hat sich lange genug tot gestellt und die Entscheidungen, die sicher nicht einfach werden, versucht auszusitzen. Wir brauchen eine gemeinsame Anstrengung, unsere Mobilität ins 21. Jahrhundert zu hieven. Geht nicht, gibt’s nicht! Es gibt viele Beispiel aus aller Welt, von denen wir lernen können und viele Bürger, die daran mitarbeiten wollen.

Der Autor:

jnkirschbaum

Jan Niko Kirschbaum ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neueste Geschichte der Heinrich Heine Universität Düsseldorf. Zu Verkehrs- und anderen Themen schreibt er auf seinem Blog  .

Bei Twitter ist er unter @taljournal zu finden.

Praxis-Tagung Offene Kommunen.NRW – Mehr Verkehr! am 12. und 13. November in Wuppertal. Von Bürgern für Bürger.

 

OKNRW im Kombipack mit Wiki-Camp 2015

120604_Wiki_Logo1bAm 14./15. November 2015 findet das Wiki-Camp 2015 parallel und in enger inhaltlicher/organisatorischer Abstimmung mit dem BarCamp OKNRW statt. Die beiden Tage stellen den Raum für Gespräche, gemeinsames Lernen, kollaboratives Arbeiten und zum Kennenlernen & Vernetzen von Wiki-Begeisterten, und werden von den Teilnehmenden aktiv ausgestaltet. Die Online-Plattform [wiki-camp.de] startet damit nun auch ‚offline‘ einen realen Treffpunkt: Wiki-Camp 2015.

Das Wiki-Camp widmet sich vorrangig den sozialen und organisatorischen Aspekten der Gestaltung & Nutzung von Wikis, weil es bereits viele (Online-)Informationsplätze für technische Fragen gibt; aber ohne technische Lösungen anzusprechen, geht es natürlich auch nicht. Im Vordergrund stehen die Möglichkeiten, die sich aus der Verknüpfung bürgerschaftlichem Engagements, kommunaler Verwaltung und den Arbeitsformen in virtuellen Dörfern, den Wikis, anbieten. Beispielsweise öffnen sich Stadt- und RegioWikis neben dem enzyklopädischen Sammeln für prospektive Stadtentwicklungsplanung und vermitteln auch die Ansätze der Initiativen- und Verbandsarbeit. Insofern lassen sich die Themenkreise des BarCamps „Offene Kommunen.NRW“ produktiv durch das Wiki-Camp erweitern, und das Wiki-Camp erhält einen Themenbezug aus der (kommunalen/regionalen) Praxis.

In die Zielgruppe des Wiki-Camps gehörst du, wenn du „Wiki machst“: Du schreibst, administrierst, korrigierst, entwickelst, schaffst & bindest Medien ein, organisierst, richtest neu ein, wirbst, gärtnerst in, an, um, für oder mit einem Wiki – dann ist das Wiki-Camp die erste Anlaufstelle für dich. Egal, ob es sich dabei um ein Stadt-, Regio-, Vereins-, Verbands-, Initiativen-, Firmen-, Themen-, UserGroup- oder anderes Wiki-Projekt handelt und ganz gleich, ob es mit MediaWiki, DokuWiki, Confluence, im SharePoint Wiki oder mit sonstiger Software gebaut wird. Die meisten Wikis haben einen deutlichen oder stillen Bezug zu ihrer Region, und sei es nur, dass sie Gleichgesinnte zusammenbringen und Ideen weitertragen.

[Wiki-Camp.de], als Website und als UnKonferenz für Wiki-Begeisterte, wird organisatorisch und ideell unterstützt von der GfWM e.V., der StadtWiki-Gesellschaft zur Förderung regionalen Freien Wissens e.V., dem WupperWiki und tanneberger | mit Wissen arbeiten.

Die enge inhaltliche Verzahnung mit dem BarCamp Offene Kommunen.NRW“ sowie den Akteuren der OpenKnowledge Labs schafft einen hoffentlich besonders produktiven Link zwischen den drei Themenschwerpunkten Wikis, kommunale Strukturen & Entscheidungen und OpenData/OpenKnowledge. Denn dass sich alle drei Gruppen bereits personell überschneiden, hat die Vorbereitung gezeigt; nun sollen auch die Synergieeffekte ausgelotet und in konkreten Arbeitsschritten umgesetzt werden.

Infos zu den Rahmendaten des Wiki-Camps unter www.wiki-camp.de/wiki-camp_2015.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Anmeldungen zum Wiki-Camp bitte über die Anmeldeprozedur zum BarCamp OKNRW vornehmen.

Der Hashtag bei Twitter lautet #WikiCamp15 und getwittert wird unter @wikicamp_de

**cu soon!**

Jetzt noch kommentieren: Open Government Pakt für NRW

Logo NRW

Noch wenige Tage, bis zum 20. September, 24:00 Uhr, läuft das Beteiligungsverfahren zum „Open Government Pakt NRW“. In dem vorgelegten Eckpunktepapier wird skizziert wie die Schwerpunktthemen der Open.NRW Strategie der Landesregierung (Transparenz, Teilhabe, Zusammenarbeit) mit der kommunalen Ebene verknüpft werden sollen. Das Papier wurde von einer Arbeitsgruppe aus VertreterInnen der Kommunalen Spitzenverbände, des KDN und der Landesverwaltung erarbeitet. Nach einer einfachen Registrierung kann dieser Entwurf jetzt noch öffentlich kommentiert werden.

Eine knappe, aus der Sicht von BürgerInnen bewertende Zusammenfassung des Entwurfes zeigt folgende Knackpunkte:

  • Transparenz heißt allerdings erst einmal Informationsfluss aus den Ämtern an die Bevölkerung auf entsprechenden Online-Plattformen, deren Informationspflicht und Informationsumfang nicht eindeutig festgelegt wird.
  • Teilhabe meint: Wir erfahren, welche Bürgerbeteiligungsverfahren wo stattfinden – ein Überblick, dessen Tragweite unbestimmt bleibt. Immerhin ein Ansatz, aus dem sich weitere Analysen speisen lassen und den Netzwerken der politisch/stadtentwicklerisch Interessierten Treibstoff gibt.
  • Zusammenarbeit wird vor allem als jene zwischen Landes- und Kommunalverwaltung angesehen und primär technologisch bestimmt.

Hier wird das größte Manko des Eckpunktepapiers deutlich: Es geht fast durchgängig nur um die Straffung und Koordination von EDV-gestütztem, teilweise online einsehbarem Verwaltungshandeln, Die Einbeziehung der BürgerInnen, die Verknüpfung zu anderen Themenbereichen, welche für eine Öffentlichkeitsbeteiligung Grundlagen schaffen würden (z.B. Politische Bildung, regionale Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik), sind systematisch ausgeblendet.

Bislang haben nur wenige von diesem ‚Beteiligungsverfahren‘ Gebrauch gemacht und dies zu einem gut Teil mit unspezifischen Aussagen. Bitte nehmen Sie diesen Faden schnell noch auf und schauen Sie sich das Papier an! Da es auf der Website für die Kommentierung zerstückelt wurde, haben wir daraus ein PDF gemacht, um es vorab ‚am Stück‘ schnell durchlesen zu können (Link). Nutzen Sie jetzt noch die Kommentarfunktion und helfen Sie mit, die Open Government-Kooperation zwischen Land und Kommunen in NRW produktiv zu gestalten.

Auch nach dem 20. September gilt es, das Thema weiter zu verfolgen. Schon bei der  OKNRW-Tagung 2013 wurde die Wunschliste „Was sollte NRW für Open Government in Kommunen tun?“ erarbeitet. Das jetzt vorgelegte Eckpunktepapier ist sicher ein Schritt in die richtige Richtung. Es wird auch Anstoß für weitere Diskussionen sowie die Ideen- und Projektentwicklung auf der diesjährigen Tagung „Offene Kommunen.NRW – Geht doch!“ am 14. und 15. November in Wuppertal sein. Die OpenNRW-Geschäftsstelle hat bereits zugesagt, sich dort mit mehreren Workshops aktiv einzubringen.

Link zur Website  „Open Government Pakt NRW
Link zum PDF des Eckpunktepapiers in voller Länge (5 Seiten)

 

Offener Beirat des Bürgerhaushalts: Vorbild Münster

(Slot 3 – Session A)

In Kommunen mit leeren Kassen, macht es nur gemindert Spaß, Bürger in Haushaltsdiskussionen einzubinden. Bei einer der Vorläuferveranstaltungen zu diesem Barcamp, kam erstmals eine Diskussion über den Bürgerhaushalt Münster, der einen offenen Beirat hat, zu Stande. Weiterlesen

Einladung zu Offene Kommunen.NRW 2013 in Wuppertal

Am 09. November 2013 findet zum dritten Mal die Veranstaltung “Offene Kommunen.NRW – Schritte in die Praxis” in Wuppertal statt. Die Tagung befasst sich mit der Umsetzung von Open Government in Kommunen. Diskutiert und analysiert werden konkrete Erfahrungen sowie Strategien, Konzepte  und Verbesserungsmöglichkeiten in verschiedensten kommunalen Handlungsfeldern.  Bei dieser Veranstaltung, die im Format eines Barcamps organisiert wird, stehen die Bürgerinnen und Bürger aus ganz NRW im Mittelpunkt und entwickeln das Programm zu Beginn der Veranstaltung gemeinsam.

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